Taktische Taschenlampen – Auf was es ankommt

Unter taktischen Taschenlampen versteht man Taschenlampen, die beispielsweise zum Gebrauch beim Millitär, der Polizei oder Sicherheits- und Wachdiensten verwendet werden. Die Anforderungen sind entsprechend auf die Bedürfnisse dieser Benutzergruppen zugeschnitten und optimiert. Diese Optimierung auf den Einsatz umfasst eine ganze Reihe von Merkmalen, die eine Verwendung für diese Nutzer besonders sinnvoll machen.

So ist die Position des Schalters, z.B. der Einsatz eines tactical Switch, eines der Merkmale von taktischen Taschenlampen. Aber auch die Lichtleistung und eingebaute Modis gehören dazu.

Keine Norm

Leider ist der Begriff „taktische Taschenlampe“ nicht exakt definiert, eine Norm dazu existiert ebenfalls nicht, weshalb Taschenlampenhersteller gerne viele Ihrer Modelle verkaufsfördernd unter diesem Label anbieten.

Zwar existieren einige Normen für militärische Ausrüstung wie die US-amerikanische MIL-STD-810, diese ist aber eher mit der im deutschen Raum verwendeten IP-Schutzart vergleichbar. In den Normungen werden lediglich Parameter zur Stabilität gegenüber äußeren Einflüssen wie Wasser und mechanischem Schock definiert.

Über die wirkliche Eignung für taktische Zwecke sagen die Normen allerdings wenig aus. Gerne labeln daher auch Hersteller aus Fernost ihre Ferngläser mit minderwertiger Optik als „taktisch“ mit Mil-STD-810 Norm.

Was sollte eine gute taktische Taschenlampe bieten?

Genau wie bei Polizei Taschenlampen, sollte eine taktische Taschenlampe auf den wirklichen Einsatzzweck hin ausgewählt werden. Ein Anwender sollte sich also Fragen, in welchen Situationen und unter welchen Bedingungen er eine Taschenlampe üblicherweise verwendet. Folgende Bedingungen sind vorab zu beantworten:

  • Spielt das Gewicht eine Rolle?
  • Ist die Reichweite entscheidend?
  • Welche Stromversorgung ist passend (Akku oder Batterien)
  • Wird dimmbarkeit und kleinere Leuchtstufen benötigt?
  • Wie lang darf die Lampe sein
  • Ist Blendwirkung und große Helligkeit erwünscht
  • Dient die Lampe gegebenenfalls zur Selbstverteidigung

Erst dann kann eine sinnvolle Wahl über eine passende taktische Taschenlampe getroffen werden, die zum eigenen Einsatzprofil und zur Ausrüstung passt. Einige Merkmale sollte jede Taschenlampe für den professionellen Einsatz aber immer erfüllen:

  • Spritzwasserschutz (mindestens IPX4 wie bei Ledlenser Lampen)
  • Gürtelclip oder Holster
  • Aluminiumgehäuse
  • Schalterposition am Lampenende
  • Flexibles Konzept für Stromversorgung (Batterie und Akku)
  • Gegebenenfalls Auflademöglichkeit IN der Taschenlampe

Einsatzszenarien von taktischen Taschenlampen

Oft sind die Szenarien in denen Taschenlampen benötigt werden sehr speziell und grundlegend verschieden. Für den einen Anwender ist die Helligkeit und die Reichweite ein entscheidender Faktor, andere Nutzer benötigen Lampen die man in der Helligkeit auf ein Minimum von wenigen Lumen zum blendfreien Lesen von Karten dimmen kann.

 

Sucheinsätze

Bei Sucheinsätzen sollten taktische Taschenlampen hinsichtlich der maximalen Helligkeit und der Reichweite des Lichtstrahls gewählt werden. Das Gewicht spielt hier eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist ebenfalls ein ausreichend groß dimensionierter Akku. Hier bieten sich besonders Modelle mit mehreren 18650 LiIon Zellen wie die Nitecore Tiny Monster TM26 QuadRay an.

Für allgemeine Zwecke

Soll die Taschenlampe ständig am Mann griffbereit getragen werden, bieten sich etwas kleinere Modelle mit Schalter am Gehäuseende an. Zu klein sollte die Lampe allerdings auch nicht ausfallen und je nach Handgröße mindestens 14cm lang sein. Bei zu langen Modellen, erreicht man den Schalter am Ende nicht mehr sicher und bequem. Ledlenser und Nitecore bieten hier eine ganze Reihe an sehr interessanten Modellen an wie beispielsweise die LED LENSER M7RX mit ihrem stufenlosen Fokus oder die Nitecore MH12 mit ihrer internen Ladefunktion. Beide Modelle stellen sehr gute taktische Led Taschenlampen für den täglichen Gebrauch dar. Besonders die dimmbarkeit macht die Taschenlampen sehr interessant.

Als Backup / EDC

Man sollte sich nie blind auf nur eine Lichtquelle verlassen. Für diesen Zweck ist eine zweite und kleine taktische Taschenlampe als Backup sinnvoll. Sogenannte „EDC“ Modelle (Every Day Carry) eignen sich hier besonders gut. Die Nitecore EA11 ist solch ein Vertreter dieser Klasse. Mit unter 10cm Länge und 900 Lumen ist sie eine leistungsfähige aber sehr kleine taktische Taschenlampe die nicht aufträgt.

Zur Selbstverteidigung und Rettungszwecken

Generell eignet sich jede Lampe zu Zwecken der Selbstverteidigung. Manche Modelle sind aber dennoch besser geeignet als andere. So besitzen einige der Lampen einen Edelstahlring am Lampenkopf, der zum Schutz dienst, aber gleichzeitig auch als Glasbrecher eingesetzt werden kann.

Selbst Lampen mit anschraubbaren Spikes existieren, der ebenfalls zum brechen von Glas und Autoscheiben verwendet werden kann. Hier ist der Einsatzzweck ganz klar bei Sicherheitsbehörden wie der Polizei und Grenzschutz und der Feuerwehr gegeben. Gerade wenn es schnell gehen muss, ist so ein Werkzeug dann schnell griffbereit und kann Leben retten. Gleichzeitig spart so ein Glasbrecher an der Lampe Gewicht und Platz bei der Ausrüstung.

Wie oben schon angerissen, im Prinzip eignen sich nahezu alle Lampen für die Selbstverteidigung. Zum einen wegen der Blendwirkung moderner LED Lampen mit hoher Lumenzahl, zum anderen lässt sich eine Taschenlampe in Notsituationen auch als Schlagwaffe für die Selbstverteidigung verwenden.

Viele Lampen verfügen darüber hinaus noch über einen sogenannten Strobe Mode, bei dem eine schnelle Folge von Lichtblitzen mit voller Helligkeit abgegeben wird um einen Angreifer zu verwirren und zu blenden. Unter Umständen kann so eine Taktik hilfreich sein, da er zumindest für einige Augenblicke den Überraschungsmoment ausnutzt und Zeit für Flucht oder Gegenwehr ermöglicht, immerhin ist dem Angreifer die Sicht genommen.

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